Nachhilfe downwind

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Nachhilfe downwind

Beitragvon jan_K » Do 07.06.2018 14:34

Moin!
Ich fahre oft meinen Nacra Inter 20 allein bei wenig bis mittlerem Wind. Anstatt den Genacker zu ziehen experimentiere ich manchmal mit dem downwind-Segeln nur unter Großsegel. Traveller ganz raus (Innenkante Rumpf) oder bis zu 30cm weiter innen. Großschot recht locker (etwas twist), Mastrotation 90°, Cunningham locker, Unterliekstrecker locker. Soweit das. Aber ich bekomme den Schlitten nicht recht zum laufen. Entweder ist die Geschwindigkeit anständig (Windfäden vorne ca. 45° wie mit Genacker), aber dann habe ich Wendewinkel von 120 bis 130°, oder wenn ich versuche tiefer zu fahren, verreckt mir die Strömung am Großsegel und ich parke gefühlt ein.

Wer kann mir Nachhilfe geben und mir den nötigen Trick verraten, wie ich sowohl brauchbare Geschwindigkeit als auch einen brauchbaren Kurs fahren kann, damit ich am Ende nicht von den Bleitransportern überholt werde? Bei dem 80-90° Windfädenwinkel, der im Katamaranbuch von H. Sach vorgeschlagen wird, scheint mir das Boot extrem langsam zu segeln.

Ich schätze, das Problem löst sich von alleine bei mehr als 10kn Wind. Was macht Ihr (vorzugsweise die Classic-Segler) downwind bei 5 bis 10 kn Wind?

Grüße, Jan
jan_K
 
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Re: Nachhilfe downwind

Beitragvon GER 1702 » Di 12.06.2018 10:55

Classic A-Cat kaufen würde das Problem sehr gut beheben.

Ein Nacra inter 20 wiegt laut Google rund 190 Kg also rund 2.5 mal so viel wie ein A-cat.
Da kannst du noch so viel am Segel trimmen, der Downwindwinkel ist in direkter Korrelation zum Fahrtwind, den du aufbauen kannst.
Mehr Fahrtwind hilft dir wiederum mehr Tiefe ohne Geschwindigkeitsverlust zu segeln.
Fahrtwind bekommt man bei wenig Wind mit viel Segelfläche und leichten Schiffen.
Nur mit Groß hat dein Hobel eine Segeltragzahl (normal mit Kubik und Quadratwurzel hier aber der einfacheit halber: (SA/m) von 18m²/190kg= 0,094 m²/Kg
Zum Vergleich A-Cat: 14m²/75Kg= 0,187 m²/Kg
Das heißt der A-Cat hat in etwa doppelt so viel Segelfläche zu Gewicht.

Fazit:
Gennacker setzen, denn Segelfläche ist allgemein nur durch mehr Segelfläche zu ersetzen, es sei denn man hat Foils, dann sind dicke Eier nur durch dickere Eier zu ersetzen.

Besserer und ernst gemeinter Vorschlag:
Classic A-Cat kaufen der A-Cat ist fürs Einhandsegeln gedacht gebaut und gerade bei wenig Wind sind die alten Classics die schnellsten Boote auf dem Wasser und fangen ab ein paar Knötchen an wie blöd loszurennen, dennoch aber sehr einfach zu bedienen und im Falle des Falles auch alleine wieder ohne Probleme aufzurichten.
Dann fahren dir auch keine Dickschiffe mehr davon ;)

Guck mal im Forum, da sind einige gut erhaltene alte Flyer zu verkaufen zu sehr günstigen Presen (immerhin sind das Vollcarbon Boote)
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Re: Nachhilfe downwind

Beitragvon Rainer » Di 12.06.2018 16:29

Die einzig wahre Antwort hast Du damit schon, - A-CAT kaufen und glücklich sein :-)

Du scheinst Dich seglerisch zwischen zwei Stühle zu setzen und fährst mE in einem Modus, den ich nur bei viel Welle wählen würde, - Geschwindigkeit aufbauen und dann konsequent die Welle in die Tiefe abreiten....
Üblicher wäre es aus A-CAT Perspektive a) den Traveller ganz raus zu lassen und konsequent in die Tiefe fahren (Strömung im Segel und Körpertrimm beachten), oder aber b) Traveller weiter rein, max. Druck und Geschwindigkeit konsequent aufbauen und so in die Tiefe „flyern“ (Strömung insb im unteren Teil des Segels wichtig).
Rainer
 
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